Eine Delegation des PtP Chapters Berlin ist am Sonnabend, dem 2. Juni 2007 auf dem Weg in die alte Hansestadt an der Ostsee. Während der Anreise mit der Bahn wird uns bewusst, dass Frau Bundeskanzlerin Merkel bei der Terminierung des G8 Gipfels in Heiligendamm keinerlei Rücksicht auf unsere Belange genommen hatte. Dies hat allerdings den positiven Nebeneffekt, uns zu einer erhöhten Erlebnisdichte zu verhelfen. Die amtliche Ordnungsmacht erleben wir erstmals auf dem Bahnhof Bad Kleinen beim Eintreffen des Regionalexpresses von Hamburg nach Rostock.
In Wismar angekommen empfängt uns Torsten Habicht, ein Freund des Vereins, mit Erleichterung ob unserer Unversehrtheit. Anschließend wurden wir für die nächsten 2 ½ Stunden fachkundig durch die historische Altstadt geführt. Diese ist geprägt von Bauwerken im Stile der norddeutschen Backsteingotik und Renaissance.
Sehenswert ist beispielsweise zunächst der mit zahlreichen Terrakotten verzierte Fürstenhof, der Anfang des 16. Jahrhunderts als Residenz der mecklenburgischen Herzöge diente und heute Amtsgericht und Stadtarchiv beherbergt. Auch die Jahrhunderte währende Zugehörigkeit Wismars zu Schweden, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts endete, hinterließ seine positiven Spuren im Stadtbild.
Nicht weniger beeindruckend sind anschließend die sakralen Bauten der Wismarer Altstadt: Der 80 Meter hohe Turm der im 2.Weltkrieg beschädigten und 1960 gesprengten Marienkirche, die bis dahin als eine der schönsten Backsteinkirchen in Norddeutschland galt.
Die als Kirche der Seefahrer und Fahrensleute erbaute Nikolaikirche wurde auf Grund der meisterlichen Baukunst der Spätgotik in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Kirche St. Georgen schließlich ist die Jüngste der drei monumentalen Kirchenbauten. Es währte Jahrhunderte bis zur Fertigstellung dieses Bauwerkes im Jahr 1594. Nun soll das durch Kriegseinwirkungen schwer beschädigte und anschließend stark vernachlässigte Gebäude in drei Jahren mit Hilfe von Spendengeldern wiederaufgebaut werden. Nur zwei Straßenzüge weiter gelangen wir zum im Jugendstil errichteten Stammhaus der Karstadt AG. Das Konzernimperium hatte hier 1881 mit nur einem Angestellten und der Einführung der für die damalige Zeit unüblichen Barzahlung seinen Ursprung.
Die anschauliche und kurzweilige Tour durch Wismar endet schließlich am Marktplatz, einem der größten im norddeutschem Raum mit einer Fläche von ca. 10.000 qm. Wasserkunst, Alter Schwede und Rathaus u.a. zeugen dort von der Baukunst vergangener Epochen.
Mittags kehren wir im historischen Restaurant "Zum Weinberg" ein, um mecklenburgische Spezialitäten in gemütlicher Renaissanceumgebung zu genießen. Es war eine gute Empfehlung von Torsten Habicht, für die wir uns sehr bedanken.
Eine Hafenrundfahrt rundet unseren Ausflug ab, bevor wir die Heimreise antreten, auf der wir zum zweiten Mal auf dem Schweriner Hauptbahnhof die nun sehr massive Staatsmacht beobachten konnten, als unser Zug auf den Zug aus Rostock warten musste.
Dagmar Schönbeck
Hans-Dieter Robel
Alle Teilnehmer bedanken sich herzlichst bei Hans-Dieter für Idee und Ausführung!