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Tagestour 2005

Magdeburg

Wie bereits im Rundbrief vom Dezember 2004 angekündigt, fand am 16. Juli 2005 unsere Tagesfahrt nach Magdeburg statt. Glücklicherweise hatten sich 5 Interessierte gefunden, die dadurch günstig mit dem „Schönen Wochenende Ticket“ der Bahn für nur 30 € morgens um 7:19 Uhr vom Bahnhof Zoo in die Hauptstadt des neuen Bundeslandes Sachsen-Anhalt gestartet sind. Mit von der Partie waren Jutta, Stefan, Lars, mein Mann Peter und ich. Die Fahrt verlief rasch und pünktlich, um 8:53 Uhr erreichten wir den Hauptbahnhof von Magdeburg. Von hier gingen wir auf dem direkten Weg zur allgemeinen Touristeninformation. Leider waren wir etwas zu früh dort, denn die Öffnungszeit war erst 10:00 Uhr.

Kein Problem, so hatten wir noch etwas Zeit für ein Kaffee im ALEX auf dem Ulrichplatz. Wir saßen auf gemütlichen Stühlen neben einem kleinen Brunnen mit plätschernder Fontaine. Nach dieser kleinen Pause führte uns der Weg nochmals zur INFO. Jutta hatte sich schon vorab im Internet erkundigt und erfahren, dass ab 11:00 Uhr geführte Stadtgänge stattfinden. So war es dann auch.

Pünktlich um 11:00 Uhr nahm uns ein sehr netter Magdeburger Fremdenführer unter seine Fittiche und begann mit einem ca. 2 stündigen Rundgang.

Wir begannen vor dem Info-Shop in der Ernst-Reuter-Allee. Hier erfuhren wir, dass unser beliebter Berliner Ober- bzw. Regierender Bürgermeister Ernst Reuter von 1931 bis 1933 auch Bürgermeister von Magdeburg war. Der Rundgang führte uns zur Johanniskirche, der ältesten Magdeburger Pfarrkirche und dem Denkmal von Otto von Guericke, einer wichtigen Persönlichkeit der Stadt. Er war ein bedeutender Erfinder, Naturforscher und Bürgermeister von 1646 - 1676. Seine bekannteste Erfindung ist die Kolbenpumpe zur Herstellung des Vakuums.

Weiter ging es zum Rathaus und dem Magdeburger Reiter auf den Marktplatz. Hier herrschte ein buntes Treiben zwischen den Marktständen mit frischen Obst und Gemüse, Blumen und Pflanzen und Delikatessen.

Am westlichen Ende des Platzes besichtigten wir die Brunnenfigur des Till Eulenspiegels, der auch mit den Magdeburgern seinen Schabernack trieb.

Wir überquerten die Ernst-Reuter-Allee und gingen zum Ulrichplatz. Hier konnte uns der Stadtführer nur noch das Modell einer Kirche zeigen, die leider 1956 durch die damalige DDR Regierung gesprengt wurde. Der Platz wird umsäumt von restaurierten Bauten im Zuckerbäckerstil und erinnerte uns sehr an die Frankfurter Allee in Berlin. Weiter ging es zur Straße „Breiter Weg“ vorbei an zwei wunderschönen restaurierten Barockhäusern zur Bärstraße.

Hier gelangten wir zum Kloster Unser Lieben Frauen. Nach einem kurzen Rundgang im schattigem Kreuzgang und einer kleine Pause im Innenhof setzten wir den Rundgang fort. Vor dem Kloster stand ein Denkmal zu Ehren von Käthe Kollwitz, die einstmals Gast der Stadt gewesen war. Vorbei an moderner Kunst von Heinrich Apel und einem Standbild von Georg Philipp Telemann, der am 14. März 1681 in Magdeburg geboren wurde, ging es weiter.

Jetzt war Treppensteigen angesagt, aber oben angekommen hatten wir einen herrlichen Blick auf die Elbe. Über den Fürstenwall gelangten wir zum Domplatz und zum bekanntesten Bauwerk Magdeburgs: dem Magdeburger Dom. Otto der Große (Otto I. – Gründer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) gründete an der Stelle des heutigen Domes 937 ein Benediktinerkloster, aus dem ab 955 der erste Magdeburger Dom erwuchs. Dieser wurde 1207 bei einem Stadtbrand zerstört und ab 1209 durch den ersten gotischen Sakralbau auf deutschem Boden gesetzt. Mit Unterbrechung dauerten die Bauarbeiten am gotischen Dom 311 Jahre. Auf dem Domplatz berichtete der Stadtführer noch mit bewegten Worten von den Demonstrationen und Zusammenkünften, die im Herbst 1989 hier stattfanden („Wir sind das Volk“).

Sicher ist auch nicht in Magdeburg alles so toll wie es sein sollte, aber die vielen neuen Bauten, restaurierten Kirchen und Häuser, die bessere Luft und die Elbe, in der auch wieder Fische zu finden sind, sind sicher ein guter Lohn für alle Anstrengungen der friedlichen Revolution.

Unser letzter Punkt war dann noch das neue Haus von Friedensreich Hundertwasser. Es heißt „Die grüne Zitadelle von Magdeburg“ und wird voraussichtlich im Oktober dieses Jahres eröffnet werden. Wir sahen zwar noch eine Baustelle ohne jedes Grün, aber wir fanden, dass diese Sehenswürdigkeit der Stadt Magdeburg sicher in Zukunft viele neue Gäste bescheren wird. Hier verabschiedeten wir uns von unserem netten und sehr kompetenten Stadtführer.

Wir gingen zurück zum Domplatz, es war Zeit für ein kleines Mittagessen. Wir fanden ein nettes Restaurant direkt am Dom. Nach dem Essen gingen wir gestärkt in den Dom. Leider gab es für uns um 15 Uhr keine Führung mehr, aber wir hatten die Gelegenheit, alleine im Dom umher zu wandern. Stefan unternahm noch eine kleine Extratour durch den Dom und den Kreuzgang, denn er möchte uns sicher wieder mit tollen Fotos erfreuen.

Nach der Dombesichtigung begaben wir uns auf einen kleinen Spaziergang an die Elbe. Leider hatten wir keine Zeit mehr Stadtpark Rotehorn oder die Elbauen zu besichtigen. Jetzt wollten wir den Ausflug noch mit einem tollen Eisbecher nebst Kaffee abrunden. Dazu gingen wir wieder zurück in die Innenstadt. Hier fanden wir in der Straße Breiter Weg das nette Café „Flair“. Nach dieser kleinen Pause machten wir uns ganz langsam auf den Weg zum Bahnhof. Unser Ziel war der Zug um 18:04 Uhr. Wir hatten noch Zeit ein obligatorisches Gruppenfoto auf dem Ulrichplatz zu machen.

Lars, Peter, Hannelore, Jutta und Stefan am Ulrichplatz in Magdeburg.

Direkt durch ein modernes Einkaufszentrum gelangten wir dann zum Bahnhof. Der Zug fuhr pünktlich los und wir erreichten Berlin-Zoo gegen 20:00 Uhr. Wir verabschiedeten uns und waren dankbar für diesen wunderschönen Tag, das tolle Wetter und die vielen schönen Eindrücke von Magdeburg.

Sicher werden wir diese Fahrt im nächsten Jahr wiederholen, denn die Stadt hat uns neugierig gemacht und ein fertiges Hundertwasser Haus erwartet uns!

Hannelore